Es wird Sie nicht überraschen, aber 2021 war ein weiteres schwieriges Jahr für unseren Hafen. Wir hatten die Corona-Krise, den Suez-Zwischenfall, den Arbeitskräftemangel... Und dennoch konnten wir in Antwerpen und Zeebrügge ein Wachstum gegenüber 2020 verzeichnen. Dank unserer Widerstandsfähigkeit und der Flexibilität Tausender von Mitarbeitern.

Port of Antwerp-Bruges ist mehr als ein Hafen, mehr als Transport, mehr als Tonnen, mehr als TEU. Es geht nicht nur um Gewinne, Geld und Arbeitsplätze. Als einer der größten europäischen Häfen haben wir eine wichtige soziale Funktion: Wir sind ein Hafen von Menschen für Menschen. Wir wollen der erste Hafen der Welt sein, der Mensch, Klima und Wirtschaft in Einklang bringt.

 

Und all dies in der heutigen VUCA-Welt (volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig). Daher müssen Agilität, Belastbarkeit und Kontinuität die Leitprinzipien unserer Tätigkeit bleiben. Aber wir können nicht nur kurzfristige Lösungen verfolgen. Langfristige Perspektive und vorausschauendes Denken sind unerlässlich. Wir wollen eine Vorreiterrolle spielen und der Funke sein, der den Wandel innerhalb und außerhalb der Hafengemeinschaft, auf lokaler und internationaler Ebene, zündet.

 

Port of Antwerp-Bruges vollzieht den Übergang vom passiven Vermieter zum aktiven Gestalter der Gemeinschaft. Wir sind der „Klebstoff“ für ehrgeizige Nachhaltigkeitsprojekte, die in Antwerpen und Zeebrügge beginnen und das Potenzial haben, internationale Wegbereiter zu werden. Unser Endziel? Wir wollen das Tor zu grüner Energie in Europa werden. Deshalb arbeiten wir an bahnbrechenden Leuchtturmprojekten zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, Kreislaufwirtschaft, Abwärme, alternativen Schiffskraftstoffen und grünem Wasserstoff, der Energie der Zukunft.

 

Grüner Wasserstoff, der mit erneuerbarer Energie hergestellt wird, wird eine entscheidende Rolle bei der Energiewende spielen. Wir wollen die europäische Importdrehscheibe für grünen Wasserstoff und ein aktiver Vorreiter der Wasserstoffwirtschaft werden. Denn unsere komplementären Hafenstandorte haben eindeutig die richtigen Voraussetzungen, um in diesem Bereich führend zu werden. Sonne und Wind müssen die erneuerbaren Energiequellen der Zukunft werden. Aber in Belgien und Westeuropa gibt es nicht genug Wind- und Sonnenenergie, während andere Regionen Sonne, Wind und Raum im Überfluss haben. Die Lösung? Erneuerbare Energie aus diesen Gebieten importieren. Da es sich um komplexe Lösungen handelt, arbeitet der Hafen mit wichtigen industriellen und öffentlichen Akteuren zusammen, die jeweils über eigenes Know-how verfügen.

 

Mit der Wasserstoffimport-Koalition konzentrieren wir uns auf konkrete Projekte, die die Produktion, den Transport und die Speicherung von grünem Wasserstoff gestalten werden. Port of Antwerp-Bruges beherbergt den größten Chemie-Cluster Europas, während Zeebrügge ein wichtiger LNG-Hafen ist und Zugang zu den Offshore-Windparks hat. Wann wird es interessant? Wenn wir die grüne Energie, die in Zeebrügge ankommt, speichern, sie in grünen Wasserstoff umwandeln um und diesen zur chemischen Industrie in Antwerpen, die ein großer Energieverbraucher ist, und ins europäische Hinterland transportieren. Der große Maßstab, den wir in unserem Hafengebiet realisieren können, ist ein Hebel für die Verwirklichung einer echten Wasserstoffwirtschaft.

 

Port of Antwerp-Bruges ist dank der Komplementarität der beiden Hafenstandorte stärker. Das ist die beste Antwort auf die Herausforderungen von heute und morgen. Und die perfekte Gelegenheit, auf unseren reichen Erfahrungen der Vergangenheit aufzubauen, um eine langfristige Zukunft zu sichern. Und um unserer Rolle gerecht zu werden, nicht nur als wichtigster Wirtschaftsmotor, sondern auch als wichtigster Motor der Energiewende in unserem Land. Deshalb freue ich mich sehr auf die Zukunft von Port of Antwerp-Bruges. Und Sie mit mir?

 

Jacques Vandermeiren, CEO Port of Antwerp-Bruges

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